/ Gesundheit ist am wichtigsten
Die Legende über Samgyetang
   Die Sommerhitze wirkt auf die Gesundheit und Tätigkeit des Menschen negativ. Wenn man deswegen den Appetit verloren hat oder schwach geworden ist, braucht man sich zu stärken. Ein dafür sehr geeignetes Gericht ist das koreanische „Samgyetang“, sozusagen Eintopf aus Insam und Huhn. Insam ist ein koreanisches Wort für den Ginseng.



   Das Kochrezept lautet wie folgt.
   Man säubert ein einjähriges Huhn und legt in dessen Bauch klebrigen Reis, Insam, Kastanien und getrocknete Datteln ein. Dann kocht man das Ganze im Wasser im Kessel auf starkem Feuer, bis das Wasser einmal wallt. Danach lässt man es so lange köcheln, bis die hochwirksamen Bestandteile von Insam und Huhn genug austreten und die Suppe dick wird.
   Beim Essen salzt man nach eigenem Geschmack.
   Über das traditionelle Nationalgericht Samgyetang gibt es eine Legende, die von der aufrichtigen Liebe der Koreaner zu ihren Eltern zeugt.
   Es war einmal ein Sohn, der sich äußerste Mühe gab, um die kranken Eltern wieder auf die Beine zu bringen, aber vergebens.
   Eines Tages erfuhr er von einem Arzt, dass er die Kranken mit einem Eintopf aus Insam und Huhn ernähren solle. Da entschloss er sich dazu, um jeden Preis es zu tun.
   Nach enormen Anstrengungen im Gebirge fand er endlich einen seltsamen wilden Berginsam und bereitete damit ein Samgyetang zu. So wurden schon am nächsten Tag die Eltern wieder gesund.
   Seitdem heißt dieses Gericht alias „Hyosongtang“ in dem Sinne, dass es ein Eintopf der aufrichtigen Liebe zu Eltern sei.
   Später begannen die Koreaner, den Insam auf dem Feld zu züchten, und mussten nicht mehr im Gebirge nach einem selten vorkommenden Wildinsam suchen.
   Samgyetang aus dem nährstoffreichen Huhn und dem Insam, der im Volksmund Ambrosia und Allheilmittel genannt wird, ist bei den Koreanern als ein Stärkungsmittel sehr beliebt.